Frauen in der Philosophie

Die weibliche Sicht der Philosophie

In den traditionellen Geschichten der Philosophie kommen weibliche Vertreter der Zunft nicht vor.
Das ist erstaunlich, denn es gab schon immer Frauen, die erfolgreich philosophiert haben. Hypatia hat es sogar bis zur Vorsteherin der berühmten Universität von Alexandria gebracht. Sie unterrichtete dort nicht nur Philosophie, auch Mathematik und Astronomie gehörten zu ihren Fachgebieten. Ebenso sind die Spuren von Aspasia sorgsam verwischt worden, dabei hat sie sogar Sokrates und andere Philosophen unterrichtet.
Diese beiden Frauen stehen beispielhaft für das Verschweigen des weiblichen Anteils an der Geschichte der Philosophie.

Denken Frauen anders? Gibt es eine speziell weibliche Philosophie?

Bei einem Vergleich des weiblichen und männlichen Denkens im philosophischen Kontext werden schnell einige gravierende Unterschiede deutlich. Es beginnt schon mit der Wahl der Themen, über die philosophiert wird. Die männlichen Philosophen beschäftigen sich gerne und ausführlich mit dem Tod. Erst im 20. Jahrhundert wurden von der Philosophin Hannah Arendt die Themen Geburt und geboren werden in den Blickpunkt der Philosophie gerückt.

Die Trennung von Leben und Wissenschaft

Frauen streben danach eine Einheit zwischen ihrem Leben und ihrer Arbeit herzustellen. Damit widersprechen sie dem uraltem männlichen Ideal der Dualität und des Lebens eines Wissenschaftlers im Elfenbeinturm. Das hat sicherlich auch ganz praktische Gründe. Die meisten Frauen haben weder das Bedürfnis noch die Möglichkeit abseits von Familie und sozialen Beziehungen zu existieren. Dementsprechend ist die weibliche Philosophie eher an der Realität orientiert als an der abstrakten Lehre. Die Philosophie der Frauen gilt dem bunten und lebendigen Sein. Simone Weil ging sogar so weit, in einer Fabrik zu arbeiten, um ihre Theorien mit der Realität abzugleichen.

Feministische Philosophie

In diesem ganz und gar weiblichem Ansatz sind die Forderung nach Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen mit einem interdisziplinärem Denken eng verwoben. Eine Vordenkerin dieser Richtung ist Simone de Beauvoir, mit ihrem Werk „Das andere Geschlecht“ , leistete sie eine Pionierarbeit für die gesamte Frauenbewegung.